Carpaltunnelsyndrom

Was bedeutet „Carpaltunnelsyndrom“ (CTS)?

Patienten mit einem Carpaltunnelsyndrom leiden meist unter Schmerzen und Gefühlsstörungen einer oder beider Hände, gelegentlich bis zu Ellbogen ausstrahlend. Besonders typisch ist das nächtliche Einschlafen der Hände, wobei meist der Mittel- und Zeigefinger, z.T. aber auch der Daumen und die dem Mittelfinger zugewandte Seite des Ringfingers betroffen sind. Das normale Gefühl kehrt im Anfangsstadium eines Carpaltunnelsyndroms durch Lageänderung bzw. Schütteln der Hände wieder zurück, im fortgeschrittenen Stadium kann auch dauerhafte Pelzigkeit bestehen. Besonders unangenehm empfinden viele Patienten die Unfähigkeit, kleine Gegenstände halten zu können und beklagen, es wäre Ihnen schon die Kaffeetasse aus der Hand gefallen.

Ursache der beschriebenen Beschwerden ist eine Irritation des Medianusnervs, eines großen, wichtigen Nerven der Hand. Auf Höhe des Handgelenkes verläuft dieser Nerv durch einen engen Kanal an der Handgelenkinnenseite und kann hier durch Verdickung eines Bandes oder geschwollene (=entzündete) Sehnenscheiden „eingeklemmt“ werden.

Wie wird ein CTS diagnostiziert?

Bereits die sorgfältige Befragung des Patienten über die Art seiner Beschwerden deutet häufig in die richtige Richtung. Ergänzend werden spezielle Tests durchgeführt wobei die genaue Untersuchung der Halswirbelsäule von besonderer Bedeutung ist, da auch durch Erkrankungen in diesem Bereich ähnliche Beschwerden verursacht werden können. Besteht der dringende Verdacht auf ein CTS, so wird zur endgültigen Entscheidung über die Notwendigkeit einer Operation eine Überweisung zum Neurologen erfolgen. Dieser kann durch Messung der Nervenleitgeschwindigkeit die Verdachtsdiagnose bestätigen.

Operation des CTS

Ziel der Operation ist es, den "eingeklemmten" Nerv zu befreien. Dies wird durch eine Durchtrennung des verdickten Bandes erreicht, ggfls. werden zusätzlich entzündete Anteile der Sehnenscheiden entfernt. In den meisten Fällen sind die meist Nachts auftretenden Schmerzen und Empfindungsstörungen unmittelbar nach der Operation verschwunden. Sollte jedoch bereits eine dauerhafte, länger bestehende Pelzigkeit der Finger vorliegen, so ist schon von einer dauerhaften Schädigung des Nervs auszugehen. Die Rückbildung der Gefühlsstörungen verläuft in diesen Fällen oft sehr langsam und nicht vollständig.

Ablauf der Operation

In aller Regel erfolgt die Operation in Teilnarkose (Plexusanästhesie). Vom Narkosearzt wird hierzu ein Betäubungsmittel im Bereich der Achselhöhle gespritzt. Meist läßt sich die Spaltung des verdickten Bandes in endoskopischer Technik durchführen. Hierzu wird ein ca. 1,5 cm langer Schnitt an der Beugeseite des Handgelenkes benötigt. Über diesen Schnitt lassen sich dann das betreffende Band, der Medianusnerv sowie die Beugesehnen mit Hilfe einer kleinen Optik und einer Videokamera darstellen und das Band mit einer feinen Schere spalten. In seltenen Fällen (z.B. bei starker Sehnenscheidenentzündung) ist eine endoskopische Operation nicht möglich. Der Schnitt muß dann bis auf ca. 5(-7)cm verlängert und  die Operationen auf herkömmliche Weise durchgeführt werden.

Nach der Operation erfolgt die Ruhigstellung des Handgelenkes mit einer Gipsschiene für wenige Tage. Arbeitsunfähigkeit besteht in der Regel abhängig von der beruflichen Tätigkeit für 1-3 Wochen.

Komplikationen

Wie bei jeder Operation kann es auch bei der CTS-Operation zu Komplikationen kommen. Da in unmittelbarer Nähe von Blutgefäßen und Nerven operiert wird, ist eine Verletzung dieser Strukturen wenngleich extrem selten so doch nicht vollständig ausgeschlossen. Nachblutungen, weitere Eingriffe sowie in sehr seltenen Ausnahmefällen auch bleibende Funktionsstörungen könnten die Folge sein. Weitere Komplikationsmöglichkeit stellen Wundheilungsstörungen und Infektionen dar. Gelegentlich sind Narbenbeschwerden und -verhärtungen zu beobachten, welche sich im Verlauf einiger Monate jedoch stets zurückbilden.