Hallux rigidus

(Arthrose der Großzehe)

Arthrose im Grundgelenk der Großzehe.

Probleme bestehen durch Schmerzen und die eingeschränkte Beweglichkeit der Großzehe. Man kann nicht mehr so weit Gehen, manchmal ist auch jeder Schritt schmerzhaft, gelegentlich bestehen Schmerzen in Ruhe. Die Betroffenen berichten, dass sie beim Gehen mit dem Partner oder Freunden nicht mehr mitkommen oder ihren Sport nicht mehr ausüben können. Schuhe passen nicht mehr, weil das Arthrosegelenk dicker wird.

Der Schmerz ist meist an der Großzehe selbst. Öfters klagen die Patienten auch über Schmerzen an der Fußaußenkante oder am gesamten Fuß. Diese entstehen durch Fehlbelastung, wenn zur Schonung der Großzehe die Belastung von der Großzehe weg auf die Fußaußenkante verlagert wird.

Zur Ursache siehe unter Arthrose. Weitere mögliche Ursachen sind ein überlanger erster Mittelfußknochen (Metatarsale 1) oder eine Fehlbelastung bei Hallux valgus.

Die Diagnose wird durch klinische Untersuchung und ein Röntgenbild gestellt.

Zur Therapie kann in frühen Stadien der Arthrose ein Behandlungsversuch mit Hyaluronsäure erfolgen. Im weiteren besteht die Möglichkeit der Versorgung mit einer Schuheinlage. Diese bewirkt eine Entlastung des arthrotischen Gelenkes. Auch Schuhe mit festen Sohlen, z.B. Wanderschuhe verbessern die Gehleistung. Schmerzmedikamente und entzündungshemmende Medikamente bringen vorrübergehend Linderung.

Zur Operation stehen mehrere Verfahren zu Verfügung, die auch kombiniert angewendet werden. Das für ihren Fuß optimale Verfahren sollte von einem erfahrenen Fußchirurgen ausgewählt werden. Dabei spielen das Stadium der Arthrose, vorhandene Fehlstellungen, Belastungen im Beruf und ihre sportlichen Ambitionen ein wichtige Rolle.

Bei frühen Arthrosen mit begleitender Fehlstellung der Großzehe und Überlänge des Metatarsale 1 besteht die Möglichkeit der Operation nach Waterman-Green. Hierbei wird die Großzehe begradigt und gleichzeitig der 1. Mittelfußknochen um 1-2 mm verkürzt. Die veränderte Belastung im Gelenk führt meist zum Abklingen der Beschwerden.

Findet man im Gelenk zusätzlich losgelöste Knorpelanteile werden diese entfernt. Wenn in kleineren Arealen der Knorpel vollständig fehlt kann durch Mikrofrakturierung die Neubildung von Knorpel angeregt werden. Der neu entstandene Faserknorpel füllt den Defekt auf.

Wenn der Knorpelschaden nur die medialen (inneren) Anteile des Gelenkes betrifft, wird mit der Operation nach Reverdin-Green ein kleiner Keil aus dem Knochen entnommen. Die Umstellung (Kippung) des Köpfchen dreht die kranke Zone aus der Belastung.

Mit Fortschreiten der Arthrose entstehen am Rand des Gelenkes Knochenhöcker, sogenannte Arthrophyten. Dadurch wird das Gelenk dicker und unförmiger. Es braucht mehr Platz im Schuh. Schlimmer ist jedoch, dass die Arthrophyten beim Gehen aneinander stoßen und schmerzen.

Das operative Entfernen der krankhaften Arthrophyten nennt man Cheilektomie. Das Gelenk wird wieder beweglicher, das Gehen erleichtert.

Mit Zunahme der Arthrose wird der Knorpelbelag im Gelenk immer dünner, bis er vollständig aufgebraucht ist. Dann reibt Knochen auf Knochen.

Fehlt der Knorpel nur im oberen Anteil des Gelenk und man findet noch ausreichend guten Knorpel in der Mitte und unten so kann mit gutem Erfolg eine Valenti-Osteotomie erfolgen. Dabei wird der defekte obere Teil des Köpfchen mitsamt den Arthrophyten entfernt.

Die oben beschriebenen gelenkerhaltenden Operationen haben alle das Ziel die Schmerzen zu beseitigen, die Beweglichkeit und Gehleistung zu verbessern und das Fortschreiten der Arthrose zu verzögern.

Der Prozess der Knorpelzerstörung kann aber, wenn er einmal begonnen hat, nicht vollständig gestoppt werden. Daher kann im weiteren Verlauf eine zweite Operation am Großzehengrundgelenk notwendig werden.

Bei ausgeprägten Arthrosen sind gelenkerhaltende Operationen nicht mehr möglich. Wenn der Knorpelbelag im Gelenk fehlt ist die Arthrodese, d.h. Versteifung des Gelenkes die Methode der Wahl. Hierbei werden die Knochenflächen im Gelenk angefrischt und das Gelenk verschraubt. Das Verfahren garantiert nach Ausheilung eine schmerzfreie Belastbarkeit der Großzehe. Da das Arthrosegelenk schon stark in der Bewegung eingeschränkt ist, wird die Versteifung nicht als störend empfunden. Die Abrollung des Fußes erfolgt über das Endgelenk. Für Sportler und Patienten mit hohem Anspruch an die Belastbarkeit der Füße, wie z.B. Briefträger, Laufsportler Fußballspieler etc. ist die Arthrodese das Verfahren der Wahl.

Welches Verfahren für ihren Fuß das richtige ist wird individuell anhand ihrer Beschwerden, des Röntgenbildes und der Untersuchungsbefunde entschieden.

In Ausnahmefällen kommt bei weit fortgeschrittenen Arthrosen bei betagten Patienten mit geringem Anspruch an die Gehleistung die Resektionsarthroplastik nach Keller-Brandes in Frage.

Verschiedene Endoprothesen (künstliche Gelenke) sind für das Großzehengrundgelenk auf dem Markt. Bisher lassen sich damit nur kurzzeitig gute Ergebnisse erzielen. Die Langzeitergebnisse sind bisher durchweg schlecht. Fast jede Endoprothese lockert sich im Verlauf der ersten 5 Jahre. Beim Hallux rigidus rate ich daher von der Implantation einer Endoprothese ab.