Knorpelschäden/Arthrose

Wichtig für ein Gelenk sind die Knorpelflächen , die den Knochen überziehen. Nur ein intakter Knor­pelbelag garantiert einen "reibungslosen" Bewegungsablauf, Schä­den können durch Unfälle aber auch durch Überbelastung und vorzeitige Alte­rung auftreten. Wir wissen, dass Meniskusrisse und Instabilität den Knorpel schädigen.

Beschwerden treten abhängig von der Größe und Lokalisation des Schadens auf. So klagen Patienten mit Knorpeldefekten an der Knie­scheibenrückfläche häufig über Beschwer­den beim bergabgehen. Teilweise kommt es nach größeren Belastungen zu Schwellungen oder Ergüssen. Bei fortgeschrittener Schädigung des Gelenkknorpels sprechen wir von Ar­throse. Das Ge­lenk verformt sich zunehmend, die Beweglichkeit nimmt ab und beim Belasten treten Schmerzen auf.

Die operativen Möglichkeiten sind wesentlich von der Größe und von der Lokalisatiion des Knorpelschaden abhängig. Arthroskopisch können defekte Knorpelbezirke vorsichtig geglättet werden; der Abrieb wird aus dem Gelenk her­ausgespült . Bei umschriebenen Knorpeldefekten kann durch Anbohrung (Microfracturing) die Bildung eines Ersatzknorpels angeregt werden.

Bei fortgeschrittener Arthrose kann der ar­throskopische Eingriff allenfalls eine  Besserung für einen begrenzten Zeit­raum erbringen. Er dient vornehmlich dazu Knorpelabrieb aus dem Gelenk zu entfernen und zur Beurteilung der Ausdehnung und Lo­kalisa­tion der Knorpelschäden. In diesen Fällen sind zusätzliche Operationen, wie Knieach­senumstellungen oder der "künstliche" Ge­lenkersatz, notwendig.

 

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach operativen Ein­grif­fen am Knorpel ist ungleich mühe­voller als nach Meniskusschäden. Da der Knorpel lange Regenerationszeiten auf­weist, ist je nach Ausdehnung des Scha­dens und nach durchgeführter Operation eine Iängere Ent­lastung oder Teilentla­stung des operierten Beines (4-6 Wo­chen) notwendig. Häufig ist neben Krankengymnastik auch eine entzündungshemmende Medikation (z.B. Diclofenac) notwendig.

Zusätzlich kann der Knorpelstoffwechsel medikamentös mit  künstlicher Gelenkflüssigkeit (Hyaluronsäure), die in das Gelenk gespritzt wird unterstützt werden.